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Status, Rechte und Lizenzen

Welchen rechtlichen Status haben die jeweiligen Nutzerorganisationen? Wem gehört die Technologie? In welche lizenzrechtlichen Abhängigkeiten begeben sich Entwickler, wenn sie die Technologien nutzen? Auf den folgenden Seiten geben wir einen Überblick.

EtherCAT Technology Group: Der nicht eingetragene Verein hat keine eigene Rechtspersönlichkeit und nimmt daher eine „Zwitterstellung“ zwischen einem Verein und einer Personengesellschaft ein, sodass die Haftungsfrage offen ist.

Die Rechte an der Technologie liegen normalerweise  bei den Organisationen. Damit können sie von deren Mitgliedern, die somit Mitinhaber sind, genutzt werden. Liegen die Rechte bei anderen Personen oder Firmen, ist unklar, wie in Zukunft mit diesen Rechten verfahren wird.

Die Mitgliedschaft in der ETG ist kostenlos. Die Mitgliedschaft in allen anderen Organisationen ist kostenpflichtig, die Jahresbeiträge staffeln sich in der Regel nach der Firmengröße. Für POWERLINK und Sercos können Produkte auch ohne Mitgliedschaft  in der Nutzerorganisation entwickelt und auf den Markt gebracht werden.

Für SERCOS III und EtherCAT sind zwar die Kommunikationsmechanismen beschrieben, wie aber ein Slave im Detail arbeitet, ist unbekannt. Dazu muss ein ASIC oder ein FPGA eingesetzt werden. Der VHDL-Code für EtherCAT FPGAs kann bei Beckhoff erworben werden; er liegt aber jeweils nicht im Quellcode vor.

PROFINET: Die PROFIBUS Nutzerorganisation (PNO) stellt ihren Mitgliedern Quellcode und Dokumentationen für die Implementierung von PROFINET zur Verfügung (PROFINET Runtime Software). Die Lizenzvereinbarung für diese Software gibt den PNO-Mitgliedern unter Punkt 1.5 das Recht, fünf Patente zu nutzen.
POWERLINK: POWERLINK-Master und -Slave sind unter der Open Source-Lizenz Berkeley Software Distribution (BSD) frei verfügbar; ebenso die Software-Stacks für openSAFETY (siehe Sourceforge.net).
EtherNet/IP: Stacks werden von verschiedenen  Dienstleistern  verkauft. Eine Open Source-Variante wurde von einer Universität entwickelt.
EtherCAT: Für die Realisierung eines Slaves muss ein ASIC oder ein FPGA eingesetzt werden. Der VHDL-Code für den FPGA muss gekauft werden und liegt nicht als Quellcode vor. Masterseitig stellt die ETG einen Beispielquellcode zur Verfügung. Da der Patentrechteinhaber einer Lizenzierung  für Open Source nicht zugestimmt hat, kann der Quellcode nicht Open Source sein.*
SERCOS III: sercos stellt seinen Softwaremaster unter LGPL-Lizenz kostenlos zur Verfügung. Für den Slave müssen ASICs oder FPGA-Code erworben werden.     


* Quelle: Open Source Automation Development Lab (www.osadl.org)